Hausgemacht: Erfolgreiches DIY – Recruiting

Von |2018-12-06T14:49:19+00:002 Dezember, 2018|Blog, FÜHRUNG, WIR|

Bei der Suche nach neuen Mitarbeiter*innen stehen viele Unternehmen vor der Fragestellung: beauftragen wir eine/n Personalberater*in oder liegt uns „DIY Recruiting“ näher, also die Durchführung des gesamten Bewerbungsprozesses in-house. Im Sommer 2018 haben wir uns bei der Suche nach einer Assistenz im Projektsupport für die „Do It Yourself“-Lösung entschieden – so ist es uns damit ergangen:

Perspektivenwechsel durch Rollentausch

Zuallererst habe ich mich in die Rolle der Jobsuchenden begeben – also ein persönliches Bewerberprofil auf Österreichs größtem Karriereportal angelegt und die Wünsche und Anforderungen an meine fiktive neue Wirkungsstätte so formuliert, dass sie zur FACT passen. Anhand der mir vorgeschlagenen offenen Stellen habe ich analysiert, was mich besonders anspricht und wo ich mich folglich gerne bewerben würde.

Das erste Differenzierungsmerkmal in der großen Menge an Anzeigen war die optische Aufbereitung: eine coole Grafik, farbliche Elemente oder aussagekräftige Bilder erzeugten bei mir wesentlich mehr Aufmerksamkeit als reine Textpassagen – hier gilt jedenfalls: ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Neben der ansprechenden Aufmachung müssen natürlich die Inhalte stimmen. Von der breiten Masse hebt sich eine Ausschreibung aber nur dann ab, wenn neben den Basisinhalten auch Bereiche angesprochen werden, die neugierig machen und Interesse wecken. Das können in Abhängigkeit von der Position ganz unterschiedliche Dinge sein, oft sind es aber einfache Beschreibungen, die den zukünftigen Arbeitsalltag veranschaulichen.

Daran schließt nahtlos das Firmenprofil im Suchportal an: ansprechende Bilder zur Arbeitsumgebung, ein/e konkrete/r Ansprechpartner*in, der/die sich mit Foto und Zitat präsentiert, Erläuterung von Mitarbeiter*innen-Vorteilen und wiederum ein Einblick in den beruflichen Alltag – alle diese Informationen motivieren potentielle Kandidat*innen, weiter zur Unternehmens-Website zu klicken, um dort im Idealfall vertiefende Einblicke zu bekommen.

Stellenanzeige Fact,

 

Die Gestaltung der Anzeige

Mein Ausflug in die Jobsuche hatte mir wertvolle Anregungen gebracht, jetzt mussten aber die echten Inhalte für die Stellenbeschreibung definiert werden. Dazu haben wir versucht, unsere Wunschvorstellungen in Bezug auf Qualifikation und Persönlichkeit der Kandidat*innen in konkreten Arbeitssituationen zu beschreiben, wie z.B. „Mit Freude und Energie arbeiten Sie an Präsentationen und Grafiken“. Damit konnten wir zum Ausdruck bringen, dass es uns nicht nur um die Fähigkeiten an sich geht, sondern vielmehr um die Art und Weise der täglichen Arbeit im Team. Der/Die potentielle Mitarbeiter/in sollte sich im Inserat ganz persönlich angesprochen fühlen und sich in die Stelle hineinversetzen können.

Nach mehreren Überarbeitungsschleifen fand der Text schließlich Anklang im Team. Die grafische Aufbereitung der Annonce war dann sozusagen die „Kür“ im Programm, und damit stand der Online-Schaltung nichts mehr im Wege.

Bewusst haben wir uns gegen ein Foto – aber für eine „etwas andere“ grafische Darstellung entschieden die scheinbar die richtige Wirkung gezeigt hat.

 

 

2.500 Klicks und 136 Bewerbungen

Unsere Stellenanzeige war im heißen Sommer 2018 nur 4 Wochen online und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 136 Bewerbungen und mehr als 2.500 Jobklicks.

Damit war natürlich viel Arbeit verbunden: Bewerber*innen wünschen sich zu Recht, dass sie innerhalb einer Woche eine erste Rückmeldung zu ihren übermittelten Unterlagen erhalten und über den weiteren zeitlichen Ablauf informiert werden. Nur mit der konsequenten und systematischen Erfassung aller Bewerbungen war es mir möglich, den Überblick zu behalten, jeweils zeitgerecht zu antworten, Absagen so zu formulieren, dass sich der/die Bewerber*in ein Bild machen konnte, warum er/sie abgelehnt wurde etc.

Im Sinne von „Employer Branding“ tut jedes Unternehmen gut daran, den Bewerbungsprozess sehr sorgfältig zu gestalten: in Zeiten von Social Media und diversen Bewertungsplattformen ist ansonsten der Ruf als Arbeitgeber schnell ruiniert.

Am Ende kommt es doch anders

Wir haben unsere Wunsch-Kandidatin jedenfalls gefunden – allerdings nicht über den von uns so sorgfältig durchgeführten Online-Prozess, sondern über „informelle“ Kanäle: eine unserer Mitarbeiterinnen erzählte im privaten Umfeld von der Stellenausschreibung, eine Bekannte fühlte sich angesprochen, obwohl sie gar nicht unmittelbar auf Jobsuche war. So einfach kann es auch gehen!

Hätten wir uns den ganzen Aufwand also sparen können? – Aus unserer Sicht keineswegs. Wir haben es geschafft, uns im Karriere-Portal als attraktiver Arbeitgeber darzustellen und durch die klare und fundierte Stellenbeschreibung eine perfekte Mitarbeiterin zu finden – dank der strukturierten Gestaltung unseres DIY-Recruiting-Prozesses.